Das Evangelium auf die Straße

Monatliches Allianzgebet für Mai 2018

In der zweiten Septemberhälfte 2017 ist es in Bremen passiert, dass fremde Menschen auf der Straße angesprochen wurden. Ich meine jetzt nicht „Haben Sie mal nen Euro für mich?“ oder „Grad mal Zeit für eine kurze Umfrage?“, sondern über ein Thema, das in Deutschland Privatsache ist: „Wie hältst du‘s mit dem Glauben?“

Auslöser für diese Straßenaktion war in 2016 eine Nachricht auf Facebook. Der englische Pastor Yinka Oyekan hat da einen faszinierenden Bericht aus seiner Kirche in Reading bei London gepostet. Jugendliche und Erwachsene der kleinen Gemeinde haben das sichere Kirchenschiff verlassen und den Glauben an Christus zum Thema auf der Straße gemacht. Erstaunlich sind die Reaktionen. Viele Menschen lassen sich bereitwillig auf ein Gespräch ein und öffnen sich für die christliche Botschaft.Der Glaube gehört doch in die Kirche, möglichst akademisch ausgedrückt von studierten Theologinnen und Theologen und eingerahmt in feste liturgische Abläufe. Oder meinetwegen auch in eine Freikirche, dort etwas salopper verkündigt, aber auch da schön ordentlich im Kirchraum oder Gemeindehaus.Aber auf der Straße? Da stehen doch nur die Leute mit dem Wachtturm, nun ja, und vermehrt auch die mit dem Koran in der Hand. Ich selbst muss zugeben, dass ich lieber auf der Kanzel in meiner Gemeinde stehe als auf dem Marktplatz oder auf dem Bahnhofsvorplatz – jedenfalls, wenn es um den Glauben und seine Weitergabe geht.Jesus auf der Straße – und das in unserer StadtDoch wenn ich in die Bibel schaue und auf alles, was um Jesus herum geschieht, dann sehen die Dinge plötzlich anders aus. Jesus ist fast immer unterwegs, nur selten trifft man ihn im Tempel an. Und überhaupt, das Normale ist, dass Jesus sich gerade nicht hinter Kirchenmauern versteckt. Jesus ist viel lieber – auf der Straße! Dort begegnet er den Menschen, redet mit ihnen, hält seine Predigten und bringt Leute mit inneren und äußeren Verletzungen wieder zurecht.Ja, meine Lieblingsgeschichten mit Jesus spielen sich fast alle auf der Straßeab:

  • Da ist der Gauner Zachäus neugierig am Straßenrand auf einen Baum geklettert, um Jesus aus der Distanz zu betrachten – und der holt ihn von dort runter und kehrt in sein Haus ein.
  • Da hockt der blinde Bettler Bartimäus und schreit rüber auf die andere Straßenseite: „Jesus, hilf mir!“ – und Jesus hört ihn trotz Straßenlärm und heilt ihn.
  • Da begegnet er mitten auf der Straße einem Leichenzug und sieht die verzweifelte Mutter dem Sarg ihres einzigen Kindes hinterherlaufen – und holt ihn zurück ins Leben.
  • Später, an Ostern nach seiner Auferweckung, gesellt er sich auf der Landstraße den beiden traurigen Jüngern zu, die auf dem Weg zurück in ihr Dorf sind. Er redet mit ihnen über den Glauben und gibt sich am Ende zu erkennen – ebenfalls eine Straßengeschichte.

Zu all diesen Begegnungen kommt es auf der Straße. Ich muss denken: So falsch kann es nicht sein, wenn Kirche und Christen sich auf die Straße begeben! Nicht nur Jesus ist auf die Straße gegangen, auch seine Nachfolgerinnen und Nachfolger haben es getan. Wären sie in ihren vertrauten frommen Mauern geblieben, dann wäre die Gute Nachricht (das ist das deutsche Wort für Evangelium) nie unter die Menschen gekommen.

Als die religiöse Elite den Aposteln verbieten will, die Botschaft von Jesus weiterzuverbreiten, da antworten sie: „Wir können´s ja nicht lassen! Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen.“ Diesen Wagemut beweisen auch heute Christen in anderen Ländern. Sie reden frei und offen über ihren Glauben und werden dafür oft genug eingesperrt oder bezahlen ihr freimütiges Zeugnis sogar mit dem Leben. Was ist es dagegen, wenn wir mal ein wenig bespöttelt oder ausgelacht werden?

Pastor Johannes Müller, St. Martini Kirche – Lighthouse, Bremen

Zur Gestaltung

  • Eine Gesprächsrunde darüber, warum wir eher zurückhaltend sind über unseren Glauben in der Öffentlichkeit zu reden
  • „„Gemeinsam die Website „The Four“ von Campus für Christus anschauen und überlegen, ob das Material und die Hilfestellungen auch für die eigene Gemeinde fruchtbar gemacht werden könnte.
  • „„Ausschnitte aus dem Interview einspielen mit Johannes Müller bei Hossa-Talk Nr. 88 „Was macht Gott in Bremen“ über die Straßenevangelisation „The Turning“ mit Hunderten positiver Reaktionen

Dank und Anbetung

1.

Danke, dass Gott jeden Menschen liebt

2.

Danke, dass er will, dass jeder zur Erkenntnis der Wahrheit findet.

3.

Danke, dass wir Christen Versöhnungsbotschafter zwischen Gott und Menschen sein dürfen

Bekenntnis

1.

Vor lauter Menschenfurcht und Vorbehalten schrecken wir davor zurück, anderen von der Liebe Gottes zu erzählen

2.

Christen kümmert es herzlich wenig, dass Menschen ihr Leben verbringen, ohne eine Beziehung zu Gott zu haben

Bitte und Fürbitte - Wir bitten Gott

1.

Um eine Neu-Erfüllung mit dem Heiligen Geist, denn er gibt uns Kraft und Mut zum Zeugnis (Apostelgeschichte 1,8)

2.

Um einen Blick für unseren Nächsten, der ohne Jesus verloren geht

3.

Dass sich das große Potenzial der Christen in den Gemeinden sich dieser Aufgabe wieder neu bewusst macht: "Geht hin und machet zu Jüngern alle Völker..." (Matthäus 28,18-20)

Liedvorschläge

  • Du allein rettest mich (Mighty to safe)
  • Mein Jesus, Mein Retter
  • Herr, das Licht deiner Liebe leuchtet auf
  • Jesus nimmt die Sünder an