Jahr der Dankbarkeit - wirklich zu Ende?

Monatliches Allianzgebet für Oktober 2016

Noah aber baute dem HERRN einen Altar und nahm von allem reinen Vieh und von allen reinen Vögeln und opferte Brandopfer auf dem Altar. Und der HERR roch den lieblichen Geruch und sprach in seinem Herzen: Ich will hinfort nicht mehr die Erde verfluchen um der Menschen willen; denn das Dichten und Trachten des menschlichen Herzens ist böse von Jugend auf. Und ich will hinfort nicht mehr schlagen alles, was da lebt, wie ich getan habe.

1. Mose 8, 20 - 21 1

Seht zu, dass keiner dem andern Böses mit Bösem vergelte, sondern jagt allezeit dem Guten nach untereinander und gegen jedermann. Seid allezeit fröhlich, betet ohne Unterlass, seid dankbar in allen Dingen; denn das ist der Wille Gottes in Christus Jesus an euch. 

1. Thessalonicher 5, 15 – 18

Zum Erntedankfest 2016 geht das Jahr der Dankbarkeit zu Ende. Wirklich? Allein dieser Satz ist ein Widerspruch in sich. Denn wie sollte man ausgerechnet zum Erntedankfest die Dankbarkeit einstellen. Und was wäre die Folge? Ein Jahr der Undankbarkeit, in dem endlich jeder einmal so richtig voller Verbitterung und Hass gegen alles und jeden vom Leder zieht? Und mal ehrlich, allein in den sozialen Netzwerken erleben wir das schon lange. Mancher Nutzer hat schon frustriert seinen Account gelöscht, weil er das Gift der vielen Hasskommentare nicht mehr ertragen konnte.

Dankbarkeit bzw. eben Undankbarkeit sind Herzenshaltungen, die handfeste Auswirkungen für unser Zusammenleben im persönlichen, aber auch gesellschaftlichen Rahmen haben.

So entstand vor einigen Jahren in einer breiten Allianz aus christlichen Werken, Gemeinschaften, Kirchen und Gemeindebünden die Idee für das Jahr der Dankbarkeit 2015/2016. Denn Christen wissen, dass die Dankbarkeit als Herzenshaltung gegenüber Gott beginnt und daraus in konkreten Handlungen Gestalt gewinnt. Das beginnt bei jedem Einzelnen. Wer dankbar sein Leben aus Gottes Hand nehmen kann, der ist zufriedener. Er betrachtet vieles als Geschenk und kann sich daran freuen. Das erhält buchstäblich die Gesundheit und stärkt die Nerven.

Dankbarkeit ändert aber auch die Sicht auf andere Menschen. Wer weiß, dass sein Gegenüber ein Geschenk Gottes ist, geht anders mit ihm um. Dieses Bewusstsein stärkt die Achtsamkeit und mindert die fatale Tendenz, zu allererst im anderen den Gegner zu sehen.

Doch kann man eigentlich dankbar sein, angesichts einer Welt, in der der Terror blutige Realität auch in unserem eigenen Land geworden ist? Wir meinen, dass Christen berufen sind, sich von einer tiefen geistlichen Dankbarkeit anstecken zu lassen und auch andere damit zu infizieren, weil genau das der beste Schutz gegen Hass, kaltblütige Gewalt und frustrierte Tristesse ist. Natürlich sind wir nicht so naiv zu glauben, dass man Terror mit ein paar Sahnetörtchen und „Danke für diesen guten Morgen“ zum Stillstand bringen kann. Aber wer, wenn nicht wir, kann Zeugnis ablegen von einem Gott der Liebe, dem wir für unser Leben und für andere Menschen als seine einzigartigen Geschöpfe dankbar sein können? Das Erntedankfest 2016 ist daher der beste Moment, um einfach weiter zu machen mit dem Jahr der Dankbarkeit und statt zu hassen weiter – im mehrschichtigen Sinne des Wortes – Liebe zu üben.

Zur Gestaltung

Persönlich
Nehmen Sie sich bewusst eine Stunde oder einen halben Tag und schreiben Sie auf, wofür Sie dankbar sein können. Machen Sie sich ein ABC und finden Sie für jeden Buchstaben einen Grund zu danken.
B = Die Beziehung zu Gott, F = Familie, L= ihr eigenes Leben, usw.
Machen Sie das gleiche in einer Gruppe oder in einem Gottesdienst und erzählen Sie sich gegenseitig davon, zeigen die Begriffe anderen auf einer Pinnwand oder mit dem Beamer. Sprechen Sie gemeinsame Dankgebete.

Gesellschaftlich
Machen Sie sich als Gruppe auf den Weg und danken Sie Menschen des öffentlichen Lebens für ihr Engagement: Polizisten, medizinischem Personal, Politikern, Erzieherinnen. Diese Menschen erfahren oft wenig Dankbarkeit und Sie können sie stärken.

Wir danken Gott

1.

dass wir einen Gott der Liebe haben, der uns bedingungslos annimmt

2.

dass unser Gott in Jesus Mensch geworden ist

3.

dass wir zu ihm Vater sagen können

4.

dass er uns dazu befähigt, statt Hass zu verbreiten, Liebe zu üben

Wir bitten Gott

1.

dass die Menschen, die in der Politik Verantwortung von uns übertragen bekommen haben, in diesen schwierigen Zeiten weise Entscheidungen treffen

2.

„dass das Klima in unserer Gesellschaft von einem fairen demokratischen Miteinander geprägt ist und nicht von Hass und Gewalt

3.

dass in unserem Land eine Erweckung ausbricht, die Menschen zu Jesus Christus und seiner Liebe führt und dass junge Menschen sich nicht von Hasspredigern verblenden und vergiften lassen

Andreas Odrich, ERF Medien, Leiter Redaktion Aktuelles und Gesellschaft, Vorstandsmitglied Jahr der Dankbarkeit