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"Suche Frieden und jage ihm nach."
Psalm 34, 15
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Frieden, so sagt der Psalmist, ist kein Zustand, der ein für alle Mal gesichert ist. Frieden muss angestrebt, ersehnt und leidenschaftlich verfolgt werden. Wir müssen „suchen“ und „nachjagen“. Mit diesen zwei Begriffen beschreibt David nicht zwei Taten, die wir tun sollen, sondern zwei Haltungen, die wir leben können. Zum einen die Haltung des Suchens:
Der Begriff, der hier im Hebräischen steht, meint ein zielstrebiges Drängen. Ein Streben, das eine Bestimmung vor Augen hat. Suchen ist also eine Haltung, die nie aus dem Blick verliert, wo es hingeht. Umsicht, die besonnen bleibt.
Zum anderen geht es um eine Haltung des Nachjagens: Dieses Wort hat einen ganz anderen Klang – einen dynamischen, lebendigen, wilden Klang. Hier geht es um Leidenschaft.
Mit diesen beiden Haltungen ist Frieden möglich.
Wir brauchen die Leidenschaft für den Frieden. Es braucht die Bereitschaft, Unfrieden anzugehen, Böses zu bekämpfen, Ungerechtigkeit aufzuhalten. Unbedingt wollen, dass Unfrieden überwunden wird – darum geht es. Aber genauso braucht es die Umsicht. Wir müssen abwägen, nachdenken, überlegen … und dann handeln.
Leidenschaft allein führt zur Verbissenheit – Umsicht allein führt zur Zurückhaltung.
Leidenschaft allein ist nicht weise genug – Umsicht allein ist nicht ausdauernd genug.
Davon spricht der Psalmist.
Wir gehen noch einen Schritt weiter … denn Haltung allein geht ins Leere. Haltung muss deshalb immer zu einem konkreten Verhalten führen.
Direkt vor dem Satz „Suche Frieden und jage ihm nach“ (im gleichen Vers und im Vers davor) stehen zwei Hinweise:
Behüte deine Zunge vor Bösem
und deine Lippen, dass sie nicht Trug reden.
Lass ab vom Bösen und tue Gutes. (Psalm 34,14+15a)
Hier finden wir zwei Verhaltensweisen, wie wir Frieden erreichen können:
1. Gute Worte reden
Entscheidend ist, dass Worte gut sind – und wahrhaftig. Nicht böse und verlogen. Denn Worte wirken. Jedes Wort. Immer. Gute Worte, mit Umsicht und Leidenschaft gesprochen, bewirken Gutes, ermöglichen Versöhnung, schaffen Frieden.
Martin Luther erklärt das in seinem Kleinen Katechismus:
„Wir sollen Gott fürchten und lieben, dass wir unsern Nächsten nicht belügen, verraten, verleumden oder seinen Ruf verderben, sondern sollen ihn entschuldigen, Gutes von ihm reden und alles zum Besten kehren.“
Heißt: Wir sollen unsere Mitmenschen „gut-reden“. Eine lebenslange Aufgabe.
2. Gute Taten tun
Der Psalmist spricht von guten Verhaltensweisen:
„Lass ab vom Bösen und tue Gutes.“ (Psalm 34,15a)
Dahinter steckt die Erfahrung, dass Frieden nicht erreicht wird, wenn Leiden mit Zurückschlagen bezahlt wird – oder Böses mit Bösem vergolten wird.
Frieden kann nur erreicht werden, wenn entgegen dem Trend und den Gewohnheiten der meisten Menschen in schweren Zeiten, im Leiden, in Angriffen, in Konflikten ….
Frieden anstrebt wird,
Konflikte gelöst werden,
Gutes entgegensetzt wird,
Extreme vermieden werden
und Liebe weitergegeben wird.
Und dazu brauchen wir beides: Umsicht und Leidenschaft – „suchen und nachjagen“!
Weitere Bibelstellen zum Frieden:
Römer 12,18 | Römer 14,19 | 2. Korinther 13,11 | 1. Thessalonicher 5,13 | Hebräer 12,14
Zur Vorbereitung und Gestaltung
- Schreibt die o.g. Bibelstellen zum Thema „Frieden“ auf einzelne A3- oder A4-Blätter und befestigt sie sichtbar im Raum!
- Überlegt dann, wo auf der Welt „Krieg“ herrscht – und markiert die „Brandherde“ auf einer Weltkarte für euer Gebet!
- Tauscht euch aus über eure Ideen – und plant mindestens eine „gute Tat“, die ihr als Gemeinschaft umsetzen möchtet!
- Überlegt, wo in eurem Umfeld (Familie, Stadt, Gemeinde, …) „Krieg“ herrscht – und dann sammelt Ideen, wie der Friede umsichtig und leidenschaftlich wiederhergestellt werden kann!
Dank
- Lob Gottes, weil er Frieden möglich macht … weil er „unser Friede ist“ (Epheser 2,14)
- Dank für unsere Beziehungen, in denen der Friede herrscht
- Dank für die vielen friedlichen Jahre ohne Krieg in unserem Land
- Dank für viel Vergebung, wo der Friede durch uns zerstört wurde
Buße
Wir brauchen die Umkehr …
- von der Gleichgültigkeit zur Verantwortung
- vom Urteilen zum Annehmen
- von trügerischen Worten zu heilenden Worten
- vom Hass zur Liebe
- vom Stolz zur Nähe
- von Macht zur Demut
- von Schuld zur Vergebung
Weg von uns selbst – hin zu Gott, hin zum Frieden.
Fürbitte
- für die friedlosen Beziehungen in unserer Umgebung
- für Frieden in unseren Gemeinden und Versöhnung in unseren Familien
- für Erkenntnis, wo der Friede durch uns gefährdet ist
- für das SPRING-Festival zum Thema „Friede mit dir“, das ab 6. April in Willingen stattfindet
- dass Menschen inmitten von Kriegsgebieten die Nähe Gottes spüren
- für „Friede auf Erden“ (Lukas 2,14)