Ein Leben für Gott

Februar 2026

„Weil Gott so barmherzig ist, fordere ich euch nun auf, liebe Brüder, euch mit eurem ganzen Leben für Gott einzusetzen. Es soll ein lebendiges und heiliges Opfer sein – ein Opfer, an dem Gott Freude hat. Das ist ein Gottesdienst, wie er sein soll.

Deshalb orientiert euch nicht am Verhalten und an den Gewohnheiten dieser Welt, sondern lasst euch von Gott durch Veränderung eurer Denkweise in neue Menschen verwandeln. Dann werdet ihr wissen, was Gott von euch will: Es ist das, was gut ist und ihn freut und seinem Willen vollkommen entspricht.“

Römer 12, 1-2

Sehr ausführlich, 11 Kapitel lang, hat Paulus den Römern das Evangelium von Jesus Christus erklärt, Juden und Heiden klar gemacht, was diese gute Nachricht für sie bedeutet. Er hat Fragen beantwortet, mögliche Missverständnisse ausgeräumt und nachdrücklich klar gemacht, dass die Zusagen Gottes an sein Volk Israel bestehen bleiben.

Ab Römer 12 widmet sich Paulus der Frage, was dies alles nun für die Praxis der frischen Christen bedeutet. Und die Verse 1 und 2 sind wie eine Überschrift zu den zahlreichen Konkretionen, die nun folgen. Der Gottesdienst, zu dem Paulus sie auffordert, ist nicht ein Abspulen von Ritualen und frommen Worten, sondern die Hingabe des eigenen Lebens an Gott. Opfer waren dazu da, die Gottesbeziehung wieder herzustellen oder zu intensivieren, bzw. alles auszuräumen, was den Einzelnen oder auch das gesamte Volk von Gott trennt. Das Opfer, dass wir bringen sollen, ist nicht in erster Linie materiell, sondern besteht darin, das eigene Leben Gott zur Verfügung zu stellen. Es ist die ausdrückliche Einladung an den Geist Gottes, die Führung unseres Lebens zu übernehmen. Dies bedeutet, dass unser Verhalten nicht durch die Gewohnheiten dieser Welt bestimmt wird, sondern die herausfordernden Maßstäbe Jesu unser Tun prägen sollen. Um dies zu erreichen, ist nicht überfordernde und quälende Anstrengung gefragt.

Vielmehr sollen wir Gott darum bitten, dass er uns in der Tiefe mit seiner Gnade berührt und verändert. Paulus nennt ab Römer 12 Beispiele, wie das praktisch werden kann. Im Grunde entsprechen diese Beispiele dem Charakter Gottes, in dessen Bild wir durch Gemeinschaft mit seinem Sohn Jesus mehr und mehr verwandelt werden. Dann wird es zu unserer eigenen Natur, dass wir maßvoll von uns denken und wertschätzen, wie Gott andere Menschen in der Gemeinde begabt.

Authentisches, liebevolles Verhalten zu allen Menschen wird unsere natürliche Verhaltensweise, und dies sehr konkret: Hilfe für Menschen, die in Not sind, Gastfreundschaft üben, ja selbst, wenn Menschen uns verfolgen, können wir sie segnen und nicht verfluchen. Böses vergelten wir nicht mit Bösem, sondern wenn Feinde hungern und dürsten, sind wir dazu in der Lage, sie zu versorgen. Das Böse kann und wird von Gutem überwunden werden. Dankbares Hineinfügen in die staatliche Ordnung gehört ebenso dazu wie – Paulus wiederholt sich, weil es ihm wichtig ist – praktische Nächstenliebe. Jesus wird Stück für Stück an uns sichtbar wie die Kleidung, die wir tragen (Römer 14,12).

Entscheidend ist die Voraussetzung und Motivation für diesen „Gottesdienst, wie er sein soll“, es ist die Barmherzigkeit Gottes, die wir bedingungslos erfahren haben. Weil ER uns gegenüber barmherzig ist, dürfen wir von ihm persönlich lernen, barmherzig zu sein, weil ER uns vergeben hat, können auch wir vergeben, weil ER uns zuerst geliebt hat, dürfen wir lernen zu lieben – aus einer Liebe heraus, die in uns selbst Wohnung genommen hat.

Wie Gott mir, so ich dir.

Matthäus 16,24-26  /  Philipper 2,4-5  /  Jesaja 58

Vorbereitung und Gestaltung

  • Ideen für Barmherzigkeitsdienste sammeln und aufschreiben bzw. projizieren (z.B. Seniorenbesuche / Kinderpatenschaften übernehmen / praktische Hilfe für in irgendeiner Form Hilfsbedürftige anbieten – Ideen sammeln);
  • Menschen, die hier als Helferinnen und Helfer Erfahrungen haben, oder auch Menschen, die von der barmherzigen Hilfe anderer profitieren, könnten davon erzählen.
  • Ziel wäre es, dass Menschen gemäß ihren Begabungen und Ressourcen Barmherzigkeitsdienste für andere übernehmen.
  • Wenn wir unser persönliches und gemeindliches Umfeld scannen: Welche konkreten Gebetsanliegen entdecken wir, die wir vielleicht bisher nicht wahrgenommen haben?
  • Austausch: Wie kann es gelingen, dass dieser „Gottesdienst, wie er sein soll“ auch in politisches Handeln einfließt?
  • Die gesammelten Ideen allen Teilnehmern als kurzes schriftliches, ggf. digitales Stichwortprotokoll zur Verfügung stellen.

Gebet

Unterüberschrift

  • Unterüberschrift

    • Für Gottes barmherziges Handeln für uns durch Jesus Christus
    • Für Vergebung unserer Schuld und neues Leben aus Gott
    • Für unsere Zugehörigkeit zum Leib Christi, seiner Gemeinde
  • Unterüberschrift

    • dass wir oft theoretisch vieles wissen, es aber nicht zur Umsetzung in der Praxis kommt
    • dass die Denkweise dieser Welt uns oft mehr prägt als die Maßstäbe Jesu
    • dass diakonisches Handeln oft keine Priorität in unserer Lebensgestaltung hat
  • Unterüberschrift

    • Wertschätzung aller Menschen in- und außerhalb der Gemeinde
    • authentisches und liebevolles Miteinander in der Kirche Jesu Christi
    • die Bereitschaft, zu vergeben und zu segnen, wenn wir um des Glaubens willen ungerecht behandelt werden
    • einen Lebensstil, an dem etwas vom Wesen Jesu sichtbar wird

Lieder

  • Herr, dein Name sei erhöht CCLI 5183120
  • Ein Leben für Gott CCLI 4335333
  • Nach dem Hören kommt das Handeln CCLI 5093076
  • Lead me to the Cross CCLI 4785828
  • I surrender CCLI 23189

Dr. Johann Matthies

Politischer Beauftragter der Evangelischen Allianz Deutschland, Berlin

Kurztext zum Autor