Lieber Beter, liebe Beterin – was ist dir heilig?
Ich glaube, jeder beantwortet diese Frage verschieden. Insbesondere durch die Generationen hindurch. Wenn wir spontan antworten, nennen wir Dinge, die uns wichtig sind – auf die wir ungern verzichten wollen.
Meinen großen Kindern ist ihr Hobby „heilig“, das Instrument, das sie lieben und auch wenn sie mal nicht so oft üben, wie sie sollten – aufgeben? – auf keinen Fall. Meinen kleinen Kindern sind ihre Playmobilfiguren „heilig“, wenn da ein Bein abbricht – was für eine Katastrophe.
Umso älter wir werden, umso mehr verschiebt sich, was uns heilig ist. Erst die Freunde, dann der gute Abschluss, eine sinnerfüllende Arbeit, die wenige Zeit, die wir zu haben scheinen und dann die Familie.
Für die Dinge, die uns „heilig“ sind, investieren wir gern mehr Zeit, Geld und Kraft als in den Rest unseres Lebens.
Wunderbar, wenn das auch auf unsere Gemeinde und unser Ehrenamt in der Gemeinde zutrifft. Noch viel besser aber, wenn dies auf unser Leben zutrifft.
In der Bibel finden wir den Wortlaut „Heilig dem Herrn“ im 2. Buch Mose 39.30
Da wird beschrieben, wie der Priester gekleidet sein soll. Einunddreißig Verse lang Beschreibungen eines Gewandes voller Prunk. Allein die ganzen Edelsteine und Edelmetalle, die aufgezählt werden, sind monetär ein Vielfaches eines heutigen Pfarrertalars, der heute einen vierstelligen Eurobetrag kostet.
Auch im 4.Mose 6 – finden wir diesen Wortlaut wieder. Menschen, die sich dem „Herrn“ weihen, sich also für eine bestimmte Zeit dem Herrn ganz verschreiben – sollen „dem Herrn heilig sein“.
Dabei meint „heilig“ – herausgehoben – abgesondert, nicht wie der Rest.
Heute als Christen haben wir nur noch diesen einen Hohen Priester. Dieser ist Christus, er ist unsere Schnittstelle zum Vater. Und inzwischen ist unser Körper ein Tempel des heiligen Geistes, in dem dieser Hohe Priester wohnt.
Damit wird deutlich: Unser ganzes Leben ist „heilig dem Herrn“. Für Gott bist du so „heilig“, dass ER seinen Sohn gab, damit du heute hier und in aller Ewigkeit versöhnt mit IHM leben kannst. Und unser Leben ist „heilig dem Herrn“ – wir leben nicht mehr einfach uns selbst, sondern ein Stück weit abgesondert von der Welt – also nach anderen Maßstäben. Unser Gebet ist Zeichen und Ausdruck dieses anderen Lebens.
Die Erbauer der Konferenzhalle um Ernst Modersohn in Bad Blankenburg müssen ähnliche Gedanken gehabt haben, als sie das Eingangstor konzipierten. Dort stand einst: „Heilig dem Herrn“. Leider ist dieser Schriftzug zu DDR-Zeiten, wohl aus politischen Gründen, mit dem Schriftzug „Konferenzhalle“ ausgetauscht wurden. Doch dieses Jahr, zur 130. Konferenz in der 120 Jahre alten Halle, wollen wir diesen Schriftzug zurückholen.
Auch andere Erneuerungsmaßnahmen stehen an. Bitte betet, dass wir diesen Ort des Segens äußerlich wie innerlich erneuern können, damit hier Menschen weiterhin ihr Leben dem Herrn heiligen.
Zur Vorbereitung und Gestaltung
- Kommt im Haus- oder Gebetskreis in Austausch: Was ist uns heilig?
- Wie heilig ist uns der Dienst in der Gemeinde? Wo liegen die Prioritäten?
- Müssen wir Buße tun und uns neu ordnen und ausrichten?
- Warum hat Ernst Modersohn diesen Satz wohl an die Eingangstür der Konferenzhalle schreiben lassen?
- Würdest Du so einen Satz auch über deine Wohnungstür aufhängen?
Dank
- Wir danken unserem himmlischen Vater, dass wir ihm so heilig waren, dass er seinen Sohn für uns sterben ließ, damit wir leben können.
- Wir danken für Menschen in der Gemeinde, die ihren Dienst treu (vielleicht schon sehr lange) tun, und Vieles in ihrem Lebem diesem Dienst unterordnen.
Buße
- Wir bekennen, wo sich die Prioritäten in unserem Leben zu Ungunsten des Reiches Gottes verschoben hatten.
- Wir bitten auch um Vergebung, wo wir den Einsatz anderer im Reich Gottes nicht anerkannt oder geringgeschätzt haben.
- Wir bitten um Vergebung, wo insbesondere materielle Dinge den Platz von „Gottes Dingen“ eingenommen haben.
Bitte
- Wir bitten um innerliche wie äußerliche Neuausrichtung
- Wir bitten um Freude für uns und unsere Glaubensgeschwister beim Dienst in der Gemeinde, auch für nicht so vergnügliche Aufgaben.
- Wir bitten um tatkräftige Hände und ausreichend Spenden für die Erneuerung der segensreichen Konferenzhalle in Bad Blankenburg.